Informationen zum Energieausweis

Informationen zum Energieausweis

Der Energieausweis ist ein Dokument, das ein Gebäude energetisch bewerten und Rückschlüsse auf die Energieeffizienz ermöglichen soll. Der Energieausweis enthält, wenn möglich, neben den Energiekennzahlen auch Modernisierungsempfehlungen zur Verbesserung der Energieeffizienz des Gebäudes.

Die Inhalte, Grundlagen und enthaltenen Informationen sowie Ausstellungsberechtigte und die Verwendung des Dokuments werden in Deutschland in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt.

Beim Verkauf oder der Neuvermietung von Bestandsgebäuden muss ein Energieausweis vorhanden sein und Interessenten unaufgefordert vorgelegt werden. Darüber hinaus müssen bestimmte Inhalte des Energieausweises in Immobilienanzeigen angegeben werden. Eine Ausnahme gilt für sehr kleine Gebäude und Gebäude mit Denkmalschutz.

Bei Verkauf und Vermietung ohne korrekten, vollständigen oder zulässigen Energieausweis drohen Bußgelder in Höhe von bis zu 15.000€.

 
Welcher Energieausweis wird benötigt?

Grundsätzlich wird für bestehende Gebäude zwischen zwei Ausweistypen unterschieden. Auf der Grundlage des ermittelten Energiebedarfs, durch Auswertung der Gebäudeeigenschaften sowie der Anlagentechnik, wird der bedarfsorientierte Energieausweis erstellt. Anhand des Energieverbrauchs wird der verbrauchsorientierte Energieausweis erstellt.

 
Bedarfsorientierter Energieausweis

Beinhaltet ein Wohngebäude maximal vier Wohnungen, liegt dessen Bauantrag vor dem 01. November 1977 und entspricht nicht den Mindestanforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1977, ist der bedarfsorientierte Energieausweis verpflichtend. Dieser ist darüber hinaus bei Neubau, Nutzungsänderung und Anbauten gemäß Energieeinsparverordnung auszustellen. Zur Erstellung des bedarfsorientierten Energieausweises ist in der Regel ein vor-Ort-Termin mit Aufnahme und Vermessung von diversen baulichen Gegebenheiten durch einen qualifizierten Objektbesichtiger erforderlich.

 
Verbrauchsorientierter Energieausweis

Für Wohngebäude mit mehr als vier Wohnungen oder für Gebäude, deren Bauantrag nach dem 01. November 1977 gestellt wurde ist der verbrauchsorientierte Enegieausweis ausreichend. Dieser wird anhand der Verbrauchswerte einer zusammenhängenden Abrechnungsperiode von min. 36 Monaten erstellt und kann in der Regel ohne vor-Ort-Termin ausgestellt werden.

 
Ausnahmen/Sonderregelungen

Für Nichtwohngebäude besteht Wahlfreiheit zwischen bedarfsorientiertem oder verbrauchsorientiertem Energieausweis.

Wird ein Gebäude als Wohn- und Nichtwohngebäude genutzt, kann der Energieausweis auch nur für einzelne Gebäudeteile ausgestellt werden. In allen anderen Fällen gilt ein Energieausweis grundsätzlich für das gesamte Gebäude.

Für öffentlich genutzte Gebäude besteht ab einer gewissen Größe und unter bestimmten in der EnEV geregelten Umständen die Pflicht zur Ausstellung und zum öffentlichen und frei zugänglichen Aushang des Energieausweises.

 
Registrierung des Energieausweises

Energieausweise müssen vom Aussteller beim Deutschen Institut für Bautechnik registriert werden und erhalten eine einmalige Registrierungsnummer.